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	<title>Music Nerds &#187; Matthias</title>
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		<title>Giga-Hertz-Preis 2008</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Dec 2008 16:47:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[elektronische musik]]></category>
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		<description><![CDATA[Eigentlich traurig.. da wird in Karlsruhe im ZKM (Zentrum für Kunst und Medientechnologie) der weltweit höchstdotierte Preis für Komponisten elektronischer und akusmatischer Musik verliehen, und der an sich schon kleine Saal im Kubus ist am Abend der Hauptveranstaltung nicht einmal voll besetzt. Das Festivalprogramm des Giga-Hertz-Preises wurde dieses Jahr auf zwei Tage verteilt, den 28. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.music-nerds.net/wp-content/uploads/2008/12/bild-2.png"><img class="size-medium wp-image-142 alignleft" title="bild-2" src="http://www.music-nerds.net/wp-content/uploads/2008/12/bild-2.png" alt="" width="207" height="271" /></a>Eigentlich traurig.. da wird in Karlsruhe im <a href="http://zkm.de/" target="_blank">ZKM</a> (Zentrum für Kunst und Medientechnologie) der weltweit höchstdotierte Preis für Komponisten elektronischer und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Akusmatik" target="_blank">akusmatischer</a> Musik verliehen, und der an sich schon kleine Saal im Kubus ist am Abend der Hauptveranstaltung nicht einmal voll besetzt.</p>
<p>Das Festivalprogramm des <a href="http://www.giga-hertz-preis.de/" target="_blank">Giga-Hertz-Preises</a> wurde dieses Jahr auf zwei Tage verteilt, den 28. und 29. November. Am ersten Abend wurde der Schwerpunkt auf &#8220;klassische&#8221; Komponisten der elektronischen Musik gelegt – so gab es neben Kompositionen von den Preisträgern auch Werke von Pierre Boulez, Luigi Nono und Karlheinz Stockhausen zu hören. Am zweiten Abend gab es zunächst die Preisvergabe, und im Anschluss darauf das zweite Preisträgerkonzert, wo ausschließlich Werke der Prämierten gespielt wurden, wobei auch zwei Stücke der Preisträger des letzten Jahres mit auf dem Programm waren.</p>
<p><span id="more-140"></span>Auch wenn mir nicht alle Stücke an diesen beiden Tagen zusagten, gab es doch einige wirklich interessante zu hören. Dazu zählte zum einen am Freitag &#8220;Beyond&#8221;, eine Komposition aus dem Jahr 2006 von einem der diesjährigen Preisträger, João Pedro Oliveira für Klarinette, Cello, Klavier und Elektronik, welches die Klangcharkteristiken der benutzten Instrumente mithilfe der Elektronik auf eine interessante Art neu kombinierte. Das zweite Stück, welches mir an diesem Abend gut gefiel, war ein etwas älteres: &#8220;A Pierre. Dellázzurro silenzi, inquietum&#8221; aus dem Jahr 1985 von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Luigi_Nono">Luigi Nono</a> für Kontrabassflöte, Kontrabassklarinette und Live-Elektronik. Vor allem letztgenanntes schaffte es, eine dichte Atmosphäre zu schaffen. Dabei rückten die beiden Holzbläser mehr das Anblasgeräusch in den Vordergrund, als den zu erwartenden klaren Ton. Die Klangkulisse erinnerte mich stark an einen etwas surrealen Urwald bei Nacht, gleichzeitig gab es aber auch eine Spannungskurve innerhalb des Stücks, wodurch die Musik auch erzählende Elemente neben den atmosphärischen Klängen besaß.</p>
<p>Am Samstag ist mir vor allem das akusmatische Stück &#8220;La Vie Mécanique&#8221; (<a href="http://www.imeb.net/MFLi/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=109&amp;Itemid=130">Hörbeispiel</a>) aus dem Jahr 2004 aufgefallen. Komponiert wurde es von <a href="http://members.tripod.com/~Parmerud/">Åke Parmerud</a>, einem zweifachen Grammygewinner und ein weiterer Preisträger dieses Jahr. Die Komposition wurde ausschließlich mit mechanischen Geräuschen realisiert, wobei rhythmische Elemente aus den Bereichen Electronica oder Techno auch deutlich das Klangild mitgeprägt haben.</p>
<p>Das Stück hat mich auch in soweit überrascht, weil ich eingängige Rhythmen, die sogar zum Tanzen einladen, aus dem Bereich der Neuen Musik auf diese Weise nicht kannte. Daher war es auch besonders bemerkenswert, dass dieses Stück von der Jury explizit prämiert wurde. So haben mir an diesem Wochenende doch einige Stücke auch ein mal mehr gezeigt, dass Neue Musik nicht gleichzusetzen ist mit Begriffen wie &#8220;schwer zugänglich&#8221; oder &#8220;überhaupt kein Rhythmus&#8221;. Daher ist es um so bedauernswerter, dass man es anscheinend nicht geschafft hat, dieses Festival auch außerhalb seines eigenen Milieus ausreichend anzukündigen, da der Großteil der Besucher wieder nur aus &#8220;bekannten&#8221; Gesichtern bestand. Man kann nur hoffen, dass sich die Veranstalter darüber in Zukunft mehr Gedanken machen werden, wenn sie nicht absichtlich weiterhin die Neue Musik nur einem elitären Kreis zugänglich machen wollen.</p>
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		<title>Fahrstuhlmusik 2.0</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Nov 2008 15:04:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[hfm.eu]]></category>
		<category><![CDATA[jitter]]></category>
		<category><![CDATA[klanginstallation]]></category>
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		<description><![CDATA[Wer kennt das nicht: Man geht in ein Kaufhaus mit dem Ziel, ein paar neue Klamotten zu kaufen, schlendert durch die Regale.. und plötzlich ertappt man sich dabei, wie man zu der Musik aus den Lautsprechern an der Decke leise mitsummt. In solchen Momenten wird man sich bewusst, dass man gerade ganz schön beeinflusst wurde, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer kennt das nicht: Man geht in ein Kaufhaus mit dem Ziel, ein paar neue Klamotten zu kaufen, schlendert durch die Regale.. und plötzlich ertappt man sich dabei, wie man zu der Musik aus den Lautsprechern an der Decke leise mitsummt. In solchen Momenten wird man sich bewusst, dass man gerade ganz schön beeinflusst wurde, ohne dass man es anfänglich direkt wahrgenommen hat. Auf diese Weise wird man heutzutage ständig berieselt, sei es in Kaufhäusern, Hotelfoyers oder eben auch in Aufzügen.</p>
<p>Am 2. Juli 2008 wurde im Fahrstuhl der Hochschule für Musik Karlsruhe eine Klanginstallation aufgebaut, welche das Ziel hatte, den Begriff der „Fahrstuhlmusik“ umzudeuten, und anstatt seichter Berieselung interaktiv erzeugte elektronische Klänge zu erzeugen. Interaktiv deswegen, weil über Mikrofone alle Gespräche und Geräusche im Fahrstuhl als Ausgangsmaterial für die elektronischen Klänge benutzt wurden – somit wurde der Besucher vom passiv berieselten Empfänger zum aktiv mitgestaltenden Produzenten. Der herkömmliche Zweck einer Fahrstuhlmusik wurde jedoch auch in dieser Installation beibehalten: Der Besucher soll auf den Ort bzw. das Ereignis eingestimmt werden. Denn am 2. Juli bekam der Studiengang „Musikinformatik“ eine Auszeichung im Wettbewerb <a href="http://www.hit-karlsruhe.de/hfm-ka/hfm/akutell/2008/land-der-ideen/071128-ank%C3%BCndigung.htm">„Deutschland &#8211; Land der Ideen“</a> verleihen, und wir Studenten hatten die Aufgabe, verschiedene Projekte aus dem Themenbereich dieses Fachs vorzustellen.</p>
<p>Ich will hier ein wenig auf das Programm selbst einzugehen, welches von uns – ein paar Music Nerds und weiteren Kommilitonen – mit <a href="http://www.cycling74.com/">Max/MSP/Jitter</a> realisiert wurde. Da das ganze Programm wohl zu umfangreich wäre, um es zu präsentieren, möchte ich mich auf eine einfache Darstellung mit einzelnen Beispielen beschränken.</p>
<p><span id="more-34"></span></p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-medium wp-image-35" title="bild-10" src="http://www.music-nerds.net/wp-content/uploads/2008/11/bild-10-300x248.png" alt="" width="300" height="248" /></p>
<p>Der Grundgedanke war, dass in jedem Stockwerk andere elektronische Effekte benutzt werden, und zwar nicht in zufälliger Reihenfolge, sondern gekoppelt an das jeweilige Stockwerk. Außerdem sollte dies automatisch und ohne manuelle Steuerung funktionieren. Da wir leider keinen Zugriff auf die Elektronik des Fahrstuhls hatten, mussten wir einen anderen Lösungsweg finden. Die größte Arbeit war es nun, eine funktionierende Farb- und Mustererkennung zu erstellen. Wieso aber Farb- und Mustererkennung bei einer Klanginstallation? Wir hatten uns entschieden, mithilfe einer Kamera das Display des Fahrstuhls zu filmen und anhand einer Bildanalyse zu erkennen, in welchem Stockwerk man sich gerade befindet. Dies wäre natürlich nicht die einzige Möglichkeit gewesen, die Höhe automatisch festzustellen, aber Tests mit einem Wii-Controler hatten ergeben, dass die Beschleunigung im Aufzug zu gering ist, um verwertbare Signale zu empfangen und Höhenmesser – solange sie nur mit der Messung des Luftdrucks arbeiten – in einem Aufzugsschacht keine konstanten Werte für die jeweiligen Stockwerke senden.</p>
<p>Um die verschiedenen Stockwerke erkennen zu können, werden neun verschiedene kleine Flächen im Kamerabild abgefragt. Die Flächen sind in den roten Strichen der Digitalanzeige positioniert, und durch eine Analyse der ARGB-Werte kann festgestellt werden, ob dieser Strich gerade aufleuchtet.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-medium wp-image-36" title="bild-17" src="http://www.music-nerds.net/wp-content/uploads/2008/11/bild-17-300x198.png" alt="" width="300" height="198" /></p>
<p>Im Screenshot erkennt man das Ergebnis der Analyse im konkreten Beispiel des Dachgeschosses. Der Buchstabe „D“ steht dabei auf dem Kopf, was mit der verkehrten Position der installierten Kamera zu tun hat. Natürlich wäre es kein Problem gewesen, dies zu ändern, aber zum Arbeiten hat diese Ansicht nicht gestört. Anhand der ein- und ausgeschalteten Toggles kann man somit bestimmen, in welchem Stockwerk man sich gerade befindet.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-medium wp-image-38" title="bild-18" src="http://www.music-nerds.net/wp-content/uploads/2008/11/bild-18.png" alt="" width="299" height="71" /></p>
<p>Um bei dem Beispiel des Dachgeschosses zu bleiben: Hier wurden die oben gezeigten eingeschalteten Signale addiert (jedes eingeschaltete Toggle sendet auch eine 1) und bei richtigem Ergebnis ein bestimmtes Signal weitergeschickt. Bei der Erkennung anderer Stockwerke wurde auch manchmal nur überprüft, ob bestimmte Toggles nicht eingeschaltet sind, je nach dem, wie es sich besser ausdrücken ließ. Im Falle des Dachgeschosses wird dann eine 1 weitergesendet.</p>
<p>Durch das „sel“-Objekt (select) wird immer nur dann der Toggle aktiviert, wenn die Eingabe stimmt (wie im Falle des Dachgeschosses die 1). Ansonsten wird immer eine 0 geschickt, um die übrigen Toggles auszuschalten. Durch die Signale der Mustererkennung werden die einzelnen Effekte ein- und ausgeschaltet und eine einprogrammierte Line-Funktion verhindert das Knacksen während des Umschaltens und lässt die Effekte ineinander übergehen.</p>
<p>Hier noch ein kurzes Klangbeispiel, welches während des Betriebs aufgenommen wurde. Die Aufnahme besteht nur aus dem modifizierten Signal und es ist kaum noch möglich, den ursprünglichen Input herauszuhören. Im Aufzug selbst hat man immer noch die &#8220;analog&#8221; erzeugten Gespräche und Geräusche gehört, und somit war es dort kein Problem, den Zusammenhang zwischen dem modifizierten Signal und dem eigentlichen Ursprungsmaterial zu erkennen.</p>
<p>Und um wieder auf den funktionellen Aspekt der Fahrstuhlmusik zurückzukommen: In diesem Falle hat es geklappt und nicht wenige Besucher sind vom Untergeschoss bis ins Dachgeschoss – und wieder zurück – gefahren, nur um alle Effekte und Modifikationen einmal ausprobiert zu haben.</p>
<p><span class="mp3"> <object type="application/x-shockwave-flash" width="17" height="17" data="http://www.music-nerds.net/flash/button.swf?song_url=http://www.music-nerds.net/wp-content/uploads/2008/11/aufzug_beispiel1.mp3"><param name="movie" value="http://www.music-nerds.net/wp-content/uploads/2008/11/aufzug_beispiel1.mp3" /></object><a href="http://www.music-nerds.net/wp-content/uploads/2008/11/aufzug_beispiel1.mp3" title="Klangbeispiel">Klangbeispiel</a></span></p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-44" title="bild-8" src="http://www.music-nerds.net/wp-content/uploads/2008/11/bild-8.png" alt="" width="325" height="450" /></p>
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